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null Freiwilligendienste
Fachliches Thema 30. Juni 2020

Freiwilligendienste

istet Ihr Kind einen der folgenden Freiwilligendienste nach § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2d EStG ab, können Sie weiterhin Kindergeld erhalten:

1. Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)
2. Freiwilligenaktivität
3. Anderer Dienst im Ausland
4. Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst „weltwärts“
5. Freiwilligendienst aller Generationen
6. Internationaler Jugendfreiwilligendienst
7. Bundesfreiwilligendienst
Andere Freiwilligendienste erfüllen nicht die besonderen Anspruchsvoraussetzungen des Kindergeldrechts.

Bitte übersenden Sie uns den Vordruck LBV KG20 und fügen Sie vorhandene Nachweise bei.

Der Nachweis eines berücksichtigungsfähigen Freiwilligendienstes ist zu erbringen durch

  • eine schriftliche Vereinbarung, die alle für den Dienst wichtigen Aspekte (z.B. Dauer/Zeitraum/Umfang, Hinweis auf die gesetzlichen Bestimmungen, Art des Dienstes, Hinweis auf den Zulassungsbescheid des Trägers,…) enthält und  zwischen dem Freiwilligen und dem Träger bzw. der Entsendeorganisation geschlossen wurde oder
  • eine aussagekräftige Bescheinigung, die alle für den Dienst wichtigen Aspekte enthält.


Nachfolgend erhalten Sie weitere Ausführungen zu den einzelnen Diensten:


1. Freiwilliges Soziales Jahr bzw. Freiwilliges Ökologisches Jahr

Die kindergeldrechtliche Berücksichtigung eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) oder eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) kann erfolgen, wenn es im Sinne des Gesetzes zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten (JFDG) geleistet wird.
Ein solches freiwilliges Jahr wird aufgrund einer schriftlichen Vereinbarung des bzw. der Freiwilligen mit einem anerkannten Träger bis zur Dauer von i.d.R. zwölf zusammenhängenden Monaten geleistet. Es besteht die Möglichkeit der Verlängerung auf bis zu 24 Monate. Auch die Leistung im (nicht notwendigerweise europäischen) Ausland kommt in Betracht; zum Dienst gehört in diesen Fällen auch die Zeit, in welcher der Träger die Freiwilligen auf ihre Tätigkeit vorbereitet (Vorbereitungsdienst). Bis zu einer Höchstdauer von insgesamt 18 Monaten können das FSJ und das FÖJ auch nacheinander abgeleistet werden, mit einer Mindestdienstdauer von jeweils sechs Monaten.

 

2. Freiwilligenaktivität im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps

Ein Kind kann berücksichtigt werden, wenn es eine Freiwilligenaktivität im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps ableistet.

Die Freiwilligenaktivität wird auf der Grundlage eines privatrechtlichen Fördervertrags abgeleistet, der zwischen dem Freiwilligen, der Entsendeorganisation, der Aufnahmeorganisation und der Stelle, die die Förderung bewilligt, geschlossen wird.

Der Tätigkeitsort liegt in der Regel, aber nicht notwendigerweise im EU-/EWR-Gebiet. Die Dauer ist auf maximal zwölf Monate beschränkt; bis zu der Höchstdauer können auch mehrere Dienste bzw. die Arbeit in verschiedenen Projekten berücksichtigt werden.

 

 3. Anderer Dienst im Ausland

Ein Kind kann berücksichtigt werden, wenn es einen anderen Dienst im Ausland nach § 5 Bundesfreiwilligendienstgesetz ableistet.
Der Dienst wird aufgrund einer schriftlichen Vereinbarung der Freiwilligen mit einem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend anerkannten Träger geleistet. Die Berücksichtigung kann auch für eine Dauer von mehr als zwölf Monaten erfolgen.

 

4. Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst „weltwärts”

Ein Kind kann berücksichtigt werden, wenn es einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „weltwärts” im Sinne der Förderleitlinie des BMZ vom 01.01.2016 ableistet.
Die Einsatzdauer kann grundsätzlich flexibel von sechs bis zu 24 zusammenhängenden Monaten gestaltet werden. Die Regeldauer beträgt zwölf bis 18 Monate. Dieser Freiwilligendienst wird auf der Grundlage einer Vereinbarung geleistet, die zwischen dem bzw. der Freiwilligen und mindestens der Entsendeorganisation geschlossen wird.

 

5. Freiwilligendienst aller Generationen

Voraussetzung für den in § 2 Abs. 1a SGB VII verankerten Freiwilligendienst aller Generationen ist, dass die Freiwilligen auf der Grundlage einer schriftlichen Vereinbarung unentgeltlich bei einem geeigneten Träger Dienst leisten.
Als Träger geeignet sind inländische juristische Personen des öffentlichen Rechts oder von der Körperschaftssteuer befreite Einrichtungen zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke, wie z.B. Caritas, DRK, Diakonie oder Arbeiterwohlfahrtsverbände.


 
6. Internationaler Jugendfreiwilligendienst

Ein Kind kann berücksichtigt werden, wenn es einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst im Sinne der Richtlinie des Bundesministeriums für Familien Senioren, Frauen und Jugend vom 25.05.2018 (GMBl. S.545) ableistet.
Der Internationale Jugendfreiwilligendienst dauert grundsätzlich mindestens sechs Monate und höchstens 18 Monate, wobei die Regeldauer zwölf Monate umfasst.

 


7. Bundesfreiwilligendienst

Ein Kind kann berücksichtigt werden, wenn es einen Bundesfreiwilligendienst im Sinne des Bundes-freiwilligendienstgesetzes (BFDG) ableistet.
Der Bund und die Freiwilligen schließen vor Beginn des Bundesfreiwilligendienstes eine schriftliche Vereinbarung ab. Der Dienst wird in einer vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben anerkannten Einsatzstelle geleistet, z.B. der Kinder- und Jugendhilfe, der Wohlfahrts- und Altenpflege, aber auch der Kultur, der Denkmalpflege, des Sports oder des Umweltschutzes.
Er dauert zwischen sechs und 18 Monate, im Ausnahmefall bis zu 24 Monate. Eine Ableistung in zeitlich getrennten Abschnitten ist möglich, wenn ein Abschnitt mindestens drei Monate dauert.


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