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null Kurzarbeit bei den Staatstheatern
Fachliches Thema 25. August 2020

Kurzarbeit bei den Staatstheatern

Welchen Leistungssatz beim Kurzarbeitergeld habe ich?

Die Höhe des Kurzarbeitergeldes ist u.a. abhängig vom Leistungssatz.

Der höhere Leistungssatz 1 (zunächst 67%) ist immer dann maßgebend, wenn in der elektronischen Lohnsteuerkarte der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers ein Kinderfreibetrag mit dem Zähler von mindestens 0,5 vermerkt ist.

In allen anderen Fällen ist vom geringeren Leistungssatz 2 (zunächst 60%) auszugehen. Anhand Ihrer Gehaltsmitteilung können Sie überprüfen, ob für Sie ein Kinderfreibetrag eingetragen ist und somit der höhere Leistungssatz zur Anwendung kommt, vgl. Feld „Steuermerkmale Anz. Kinderfreibeträge“. 



 

Ich habe Kinder, auf meiner Gehaltsmitteilung ist aber kein Kinderfreibetrag eingetragen. Welchen Leistungssatz habe ich?

Bei Personen mit Lohnsteuerklasse V oder VI sowie solchen, deren Kinder sich im Ausland aufhalten, liegt grundsätzlich kein Eintrag in der elektronischen Lohnsteuerkarte vor.

In diesen Fällen kann das LBV nur dann den erhöhten Leistungssatz 1 (zunächst 67%) zugrunde legen, wenn uns eine Bescheinigung der Agentur für Arbeit über die Berücksichtigung der Kinder vorgelegt wird.

Der Antrag auf eine solche Bescheinigung ist durch die Arbeitnehmerin/den Arbeitnehmer bei der Bundesagentur für Arbeit zu stellen und als Nachweis ein gültiger Kindergeldbescheid beizufügen. Welche weiteren Unterlagen diesem Antrag beizufügen sind, entnehmen Sie bitte dem Merkblatt Kurzarbeitergeld für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit. Die Bescheinigung ist der personalverwaltenden Dienststelle so bald wie möglich zur Weiterleitung an uns vorzulegen.

Auch für Kinder, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, kann unter bestimmten Voraussetzungen auf Antrag durch das Finanzamt eine entsprechende Ergänzung der elektronischen Lohnsteuerkarte vorgenommen werden.

Weitere Hinweise finden Sie auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit.

 

Wie wird sich das Kurzarbeitergeld auf meiner Gehaltsmitteilung darstellen?

Auf Ihrer Gehaltsmitteilung wird voraussichtlich ab Abrechnungsmonat September separat ausgewiesen:

  1. Der sogenannte Kurzlohn. Dieser bezeichnet Ihr monatliches Entgelt und etwaige Zulagen, entsprechend Ihrem durch die Kurzarbeit reduzierten Beschäftigungsumfang, z.B. „NV-Chor“, „Beschäftig.Zul.“ etc. Der tatsächliche Beschäftigungsumfang wird dem LBV von der personalverwaltende Dienststelle mitgeteilt. Unter Umständen erfolgt dies erst im Nachhinein und mit zeitlicher Verzögerung. Der tatsächlich zustehende Kurzlohn kann daher gegebenenfalls erst in den Folgemonaten korrekt ermittelt werden. Sofern nachgängig Korrekturen erfolgen, können Sie diese Korrektur als Minusbetrag der Spalte „einmalige Bezüge“ entnehmen, z.B. „– 641,67 €“.
  2. Das Kurzarbeitergeld. Dieses wird Ihnen direkt vom Arbeitgeber ausgezahlt und wird mit der Bezeichnung „KUG“ und dem jeweiligen Bezugsmonat ausgewiesen. Sollen Sie z.B. für Juli 2020 Kurzarbeitergeld erhalten, wird dies auf Ihrer Gehaltsmitteilung als „KUG 07.20“ ausgewiesen.
  3. Der Aufstockungsbetrag, der Ihnen entsprechend der tarifvertraglichen Bestimmungen im Zusammenhang mit der Kurzarbeit vom Land Baden-Württemberg zusätzlich gewährt wird. Die Aufstockung wird Ihnen mit der Bezeichnung „KUGAufst“ und dem jeweiligen Bezugsmonat ausgewiesen. Sollen Sie z.B. für Juli 2020 einen Aufstockungsbetrag erhalten, wird dies auf Ihrer Gehaltsmitteilung als „KUGAufst 07.20“ ausgewiesen.
  4. Sonstige zu leistende Zahlungen. Diese weiteren Zahlungen des Arbeitgebers beruhen ebenfalls auf den tariflichen Bestimmungen im Zusammenhang mit der Kurzarbeit. Sie werden Ihnen mit der Bezeichnung „Sonst.Zahl.07.20“ und dem jeweiligen Bezugsmonat ausgewiesen. Sollen Sie z.B. für Juli 2020 sonstige Zahlungen erhalten, werden Ihnen diese auf Ihrer Gehaltsmitteilung als „Sonst.Zahl.07.20“ ausgewiesen.

 


 

Unterliegt das Kurzarbeitergeld dem Lohnsteuerabzug?

Bitte beachten Sie, dass es sich beim Kurzarbeitergeld (KUG) um eine Lohnersatzleistung handelt. Hierfür erfolgt zwar kein Lohnsteuerabzug, sie unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt, d.h. das gezahlte KUG wird bei der Ermittlung des Steuersatzes berücksichtigt, dem Ihr übriges steuerpflichtiges Einkommen unterliegt. Es kann daher unter Umständen im Rahmen der steuerlichen Veranlagung (jährliche Steuererklärung) zu einer Steuernachforderung durch Ihr zuständiges Finanzamt kommen.
 

Wird es zu nachträglichen Korrekturen meines Entgelts während der Kurzarbeit kommen?

Die abrechnungstechnische Umsetzung der Kurzarbeit durch das LBV setzt sowohl beim Kurzlohn als auch bei Berechnung und Auszahlung des Kurzarbeitergeldes und des Aufstockungsbetrages umfangreiche Informationen durch die personalverwaltende Dienststelle voraus, wie Ihr tatsächlicher verminderter Beschäftigungsumfang des jeweiligen Monats, eventuelle Krankheitszeiten usw.
Selbstverständlich sind wir bemüht, alle Angaben unverzüglich in der monatlichen Abrechnung umzusetzen. Wir bitten jedoch um Verständnis, dass es aufgrund zeitlicher Verzögerungen bei Korrekturmeldungen, der Vielzahl der Fälle und der zu beachtenden Besonderheiten der Kurzarbeit zur nachträglichen Berichtigung und damit verbunden zu Überzahlungen kommen kann, die ggf. nachgängig zu korrigieren sind.

Warum stimmt die Differenz zwischen meinem Kurzlohn und meinem früheren Netto nicht mit dem mir ausgezahlten Kurzarbeitergeld überein?

Für die Ermittlung der Höhe des Kurzarbeitergeldes greifen wir zunächst auf das sozialversicherungsrechtliche Brutto zurück, das sich grundsätzlich von dem Ihnen als „Brutto“ bekannten steuerrechtlichen Brutto unterscheiden kann (s.u. Auszug einer Gehaltsmitteilung). Ausgehend vom sozialversicherungsrechtlichen Brutto lesen wir an den von der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung gestellten Tabellen die rechnerischen Leistungssätze zur Ermittlung Ihres Kurzarbeitergeldes ab. Bei den vorgegebenen Tabellenwerten handelt es sich um pauschalierte Beträge.